Küchenfronten
Küchenfronten bestimmen das Erscheinungsbild einer Küche stärker als jedes andere Bauteil. Sie bilden die größte sichtbare Fläche und werden täglich geöffnet, berührt und gereinigt. Eine Einbauküche bleibt meist rund fünfzehn Jahre in Gebrauch, sodass die Wahl der Küchenfronten eine langfristige Entscheidung ist.
Küchenfronten unterscheiden sich in Material, Oberfläche, Kantenausführung und Preis. Häcker fertigt Fronten in den Programmen concept130 und systemat, bei systemat reicht die Spanne von Melaminharz in Preisgruppe 1 bis zu Steinfurnier in Preisgruppe 9.
Lackfronten gibt es matt, seidenmatt, glänzend und hochglänzend sowie in einer großen Farbauswahl. Die Herstellung ist aufwendig und schlägt sich im Preis nieder. Wasser und etwas Spülmittel genügen in der Regel für die Reinigung. Hochglanzlack reflektiert das Licht stark und lässt Spuren von Fingern leichter erkennen, Mattlack streut das Licht und wirkt ruhiger. Häcker unterscheidet zwischen Mattlack, Hochglanzlack, Direktlack und UV-gehärtetem Lack. Mattlack-Linien wie AV 5075 oder AV 6000 sind zusätzlich in Farbtönen nach RAL und NCS erhältlich.
Schichtstofffronten bestehen aus mehreren Lagen: Phenolharz, Dekorpapier und eine transparente Deckschicht werden unter hohem Druck und hoher Temperatur verpresst. Schichtstoff ummantelt im Unterschied zur Melaminharzfront auch Ecken und Kanten, das Verfahren heißt Postforming. Die Oberfläche gilt als sehr strapazierfähig und unempfindlich gegen Feuchtigkeit. Melaminharzfronten tragen ein harzgetränktes Dekorpapier auf einer Holzwerkstoffplatte und bilden Holz, Beton oder Unifarben nach. Beide Varianten gehören zu den preisgünstigen Küchenfronten. Häcker führt Schichtstoff etwa bei AURA und AV 1000, Melaminharz unter anderem bei DAVOS und AV 1090.
Lacklaminat gilt als preiswertere Alternative zu echtem Lack. Eine MDF-Platte wird dabei mit einer bereits lackierten Folie laminiert und danach mit einer Schutzfolie versehen. Die Oberfläche bleibt dadurch eben und zeigt bei Streiflicht keine Wellen, wie sie bei einfach aufgeklebten Folien vorkommen können. Häcker fertigt Lacklaminat bei VEGAS und AV 3060 in Metallic-Tönen wie Champagner, Grün, Blau und Braun.
Holzfronten gibt es als Echtholz- und als Massivholzfronten. Echtholzfronten bestehen aus einer Trägerplatte, auf die ein dünnes Furnier geleimt ist. Massivholzfronten sind aus einer einzigen Holzart gefertigt und liegen preislich im oberen Bereich. Furnierte Fronten lassen sich beizen, lackieren oder farbig gestalten und erhalten abschließend eine schützende Lackschicht. Jede Holzfront zeigt eine eigene Maserung, verlangt etwas Pflege und sollte vor stehender Nässe geschützt werden. Häcker fertigt Echtholzfurnier in systemat unter anderem in Eiche, Nussbaum und Altholz, lackierte Echtholzfronten wie HAMPTON lassen die Holzstruktur unter einer farbigen Lackschicht erkennen.
Glasfronten bestehen meist aus Einscheibensicherheitsglas, da gewöhnliches Fensterglas nicht kratzfest genug wäre. Die Rückseite wird häufig farbig lackiert, sodass die Front eine Tiefenwirkung erhält. Hochwertige Ausführungen haben einen Aluminiumrahmen oder eine Acrylkante, die vor Kantenbruch schützt. Die glatte Oberfläche ist leicht zu reinigen, Glasfronten zählen jedoch zu den teureren Varianten. Polymerglas ist ein Kunststoff mit der Optik von Glas und einem geringeren Gewicht. Häcker verwendet Polymerglas bei AV 5015 in Tönen von Kristallweiß bis Carbon metallic.
Ein Steinfurnier entsteht, indem Naturstein wie Schiefer in eine Schicht von wenigen Millimetern gespalten und mit einem Trägervlies auf eine Trägerplatte gebracht wird. Eine Versiegelung schützt anschließend die gesamte Oberfläche. Die Front bleibt dadurch leicht und arbeitet mit üblichen Beschlägen zusammen. Jede Front ist ein Unikat mit eigener Zeichnung, die sich sehen und ertasten lässt. Steinfurnier zählt zu den teuersten Küchenfronten. Häcker führt es in systemat als AV 7030 in Silver-star, Black-star und Gold Shine-star, die Kanten sind rundum in Schwarz matt ausgeführt.
Fronten in Betonoptik bilden Struktur, Farbe und Wolkung von Sichtbeton nach. Meist handelt es sich um Schichtstoff- oder Melaminharzfronten mit einem fotorealistischen Dekor, eine Prägung deutet die raue Körnung an. Häcker führt Betondekore als Zement bei ASTRA und AV 2010 sowie als Spachtelbeton bei COMET und AV 1070. Metallische Oberflächen entstehen bei Häcker mit Metalliclack, etwa bei AV 7070 in Industriestahl und Bronze. Linoleum bei AV 7080 ergänzt das Programm um eine matte Oberfläche aus Naturmaterial.
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